Wärmepumpe Stromverbrauch – So viel kostet der Betrieb wirklich

Warum ist der Stromverbrauch einer Wärmepumpe so wichtig?

Der Stromverbrauch ist eines der entscheidenden Kriterien beim Betrieb einer Wärmepumpe. Hausbesitzer fragen sich oft: Lohnt sich die Investition langfristig? Der Energieverbrauch beeinflusst direkt die laufenden Betriebskosten und damit die Wirtschaftlichkeit des Heizsystems. Gerade in Zeiten steigender Strompreise gewinnt dieser Aspekt immer mehr an Bedeutung. Besonders im Winter steigt der Wärmepumpen Stromverbrauch pro Tag, da die Außentemperaturen sinken und mehr Energie für die Beheizung des Hauses benötigt wird.

Ein höherer Stromverbrauch bedeutet nicht nur steigende Heizkosten, sondern auch einen größeren ökologischen Fußabdruck. Daher lohnt es sich, die wichtigsten Einflussfaktoren zu kennen und Optimierungspotenziale zu nutzen.

Diese Faktoren beeinflussen den Stromverbrauch

Art der Wärmepumpe

Die Wahl der Wärmepumpenart hat einen erheblichen Einfluss auf den Stromverbrauch:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Entzieht der Außenluft Wärmeenergie. Im Winter bei niedrigen Temperaturen steigt der Stromverbrauch, da die Differenz zwischen Außen- und Heiztemperatur größer ist.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe): Nutzt die Erdwärme, welche ganzjährig relativ konstant ist. Dadurch ist der Stromverbrauch geringer, weil weniger Energie zur Temperaturanhebung nötig ist.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Entzieht Grundwasser Wärme und gilt als besonders effizient, da die Wassertemperatur stabil bleibt und die Wärmeaufnahme besonders einfach ist.
Viessmann Wärmepumpe Vitocal

Planung vor dem Kauf

Die richtige Planung vor dem Kauf einer neuen Wärmepumpe ist entscheidend. Eine Überdimensionierung sollte unbedingt vermieden werden, da sonst mehr Energie verbraucht wird, als nötig wäre. Unser Fachmann steht Ihnen für offene Fragen zur Verfügung. Nutzen Sie unseren Service einer kostenlosen Fachberatung und lassen Sie sich individuelle und unverbindliche Angebote mit einer passenden Wärmepumpe für Ihr Eigenheim erstellen.

Vorlauftemperatur

Als Vorlauftemperatur wird die Heizwassertemperatur am Austritt des Wärmeerzeugers bezeichnet. Also die Temperatur, mit der das Heizwasser das Gerät verlässt und in Richtung Fußbodenheizung oder den Heizkörpern fließt. Diese Strecke wird passenderweise auch Vorlauf genannt. Grundsätzlich gilt: Je höher die Vorlauftemperatur, desto höher ist auch der dafür benötigte Energieaufwand. Neubauten mit einer Wärmepumpe und Fußbodenheizung (große Heizflächen) benötigen nur einen geringen Energieaufwand und können mit einer Vorlauftemperatur von weniger als 45 °C betrieben werden. Im Gegensatz dazu kann für einen Altbau mit kleinen Heizkörpern (geringe Heizflächen) eine Vorlauftemperatur zwischen 55 und 90 °C nötig sein, um den Raum auf Wunschtemperatur zu bekommen.

Außentemperaturen und Klima

Vor allem in kälteren Regionen muss eine Luft-Wasser-Wärmepumpe härter arbeiten, um ausreichend Wärme bereitzustellen. In milden Regionen wie Norddeutschland fällt der Stromverbrauch oft niedriger aus als in südlichen, alpennahen Gebieten.

Gebäudeisolierung und Heizsystem

Ein gut gedämmtes Haus benötigt weniger Heizenergie. Auch die Art der Wärmeverteilung spielt eine Rolle:

  • Fußbodenheizung: Arbeitet effizient mit niedrigen Vorlauftemperaturen (ca. 30–35 °C).
  • Heizkörper: Benötigen höhere Vorlauftemperaturen (50–60 °C), was den Stromverbrauch erhöht, da die Wärmepumpe stärker arbeiten muss. Es gibt auch spezielle Wärmepumpen-Heizkörper die mit niedrigeren Vorlauftemperaturen heizen können. Weitere Infos finden Sie in unserem Ratgeber: Wärmepumpe und Heizkörper: Eine sinnvolle Kombination?

Nutzerverhalten

Intensives Lüften bei geöffneten Fenstern, dauerhaft hohe Raumtemperaturen oder falsche Einstellungen können den Stromverbrauch ebenfalls deutlich erhöhen.

Jahresarbeitszahl (JAZ) und SCOP

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele kWh Wärme eine Wärmepumpe pro eingesetzte kWh Strom erzeugt. Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) berücksichtigt saisonale Schwankungen.
Ein SCOP-Wert von 4 bedeutet beispielsweise, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme erzeugt werden.

Neben dem energetischen Zustand des Gebäudes ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Wärmepumpe der ausschlaggebende Faktor für die Höhe der Stromkosten. Je höher die JAZ, desto niedriger die Stromkosten. Anhand folgender Formel lässt sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen:
(Heizleistung / Jahresarbeitszahl) x Heizstunden = Stromverbrauch der Wärmepumpe.

Ein Beispiel:

Angenommen, wir planen mit einer 7 kW Luft/Wasser-Wärmepumpe und einem JAZ von 3,5 (Mindestanforderung für staatliche Förderung) und 2000 Heizstunden im Jahr, dann entsteht folgendes Rechenbeispiel: 7 kW / 3,5 x 2000 = 4000 kWh. Im nächsten Schritt kommt dann Ihr Stromtarif ins Spiel, der natürlich stark variieren kann. Wir nehmen für unser Beispiel mal einen Tarif von 40 Cent/kWh und rechnen 0,40 x 4000 = 1600. Im Jahr entstehen also Heizkosten in Höhe von 1600 €. Mit einem speziellen Tarif für Wärmepumpen lassen sich die jährlichen Stromkosten noch reduzieren.

Regionale Unterschiede und Wärmepumpentarife beachten

Bei der Berechnung der Stromkosten für eine Wärmepumpe spielt der Stromtarif eine wesentliche Rolle. Dabei ist zu beachten, dass die Stromtarife in Deutschland regional unterschiedlich sind. Je nach Anbieter und Region können die Preise pro Kilowattstunde variieren, was sich direkt auf die jährlichen Betriebskosten Ihrer Wärmepumpe auswirkt. Darüber hinaus bieten viele Stromanbieter spezielle Wärmepumpentarife an. Diese Tarife sind oft günstiger als herkömmliche Haushaltsstromtarife, da Wärmepumpen aufgrund ihrer hohen Effizienz und ihrer positiven Auswirkungen auf die Umwelt gefördert werden. Es lohnt sich daher, bei der Wahl des Stromanbieters und des Tarifs gezielt nach solchen Angeboten zu suchen, um die Betriebskosten der Wärmepumpe weiter zu senken.

Tipp: Suchen Sie nach Smart-Grid-fähigen Wärmepumpen

Smart-Grid Ready-Wärmepumpen sind bereit für ein intelligentes Stromnetz und nutzen Strom aus erneuerbaren Quellen, wenn er am günstigsten ist. Wärmepumpen mit dem Label SG Ready können dann über eine definierte Schnittstelle zum Lastmanagement für die Netzdienlichkeit angesprochen werden. Sie sparen Geld und schonen gleichzeitig die Umwelt. Eine clevere Lösung ist die Vaillant Luft/Wasser Wärmepumpe aroTHERM plus VWL.

Durchschnittlicher Stromverbrauch – Konkrete Zahlen und Beispiele

Welche Wärmepumpe hat den höchsten Stromverbrauch?

Durch die niedrigen Außentemperaturen im Winter ist der Stromverbrauch einer Luft/Wasser-Wärmepumpe in der Regel etwas höher als der einer Sole/Wasser-Wärmepumpen oder Wasser/Wasser-Wärmepumpe. Dafür ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe aber in der Anschaffung günstiger und bei der Installation wesentlich unkomplizierter. Nähere Informationen zu den Anschaffungskosten einer Wärmepumpe können Sie in unserem Ratgeber über Wärmepumpe Kosten nachlesen.

Eine pauschale Angabe zum Stromverbrauch ist schwierig, da dieser stark vom Gebäude, der Wärmepumpenart und der Region abhängt. Die folgenden Orientierungswerte helfen aber als grobe Einordnung:

Wärmepumpentyp Verbrauch (kWh/m² pro Jahr) Beispielverbrauch 150 m² (kWh/Jahr)
Luft-Wasser-Wärmepumpe 30–50 4.500–7.500
Sole-Wasser-Wärmepumpe 25–40 3.750–6.000
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 20–35 3.000–5.250

Stromverbrauch pro Tag im Winter

Im Winter kann der tägliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe auf 20 bis 40 kWh steigen, während er in der Übergangszeit oft nur 5 bis 15 kWh beträgt.

Praxisbeispiel – Verbrauch in der Realität

Ein Einfamilienhaus (150 m², Baujahr 2015, gute Dämmung) mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zeigt in der Praxis:

  • JAZ: 4, Verbrauch: ca. 4.200 kWh/Jahr
  • Tarif: Wärmepumpenstrom 28 Cent/kWh → Jährliche Stromkosten: ca. 1.176 Euro

Stromkosten: Wie teuer ist der Betrieb einer Wärmepumpe?

Strompreise und Strompreisbremse

Die Stromkosten hängen stark vom Tarif ab:

  • Haushaltsstromtarif: ca. 35-40 Cent/kWh
  • Wärmepumpentarif: ca. 25-30 Cent/kWh
  • Regionale Unterschiede: Im Süden oft höher als im Norden

Dank der Strompreisbremse der Bundesregierung (Stand 2024) wird der Preis für Wärmepumpenstrom bis zu einem Verbrauch von 30.000 kWh auf 40 Cent/kWh gedeckelt. Dies gilt für 80 % des Vorjahresverbrauchs. Darüber hinaus kann ein Wärmepumpentarif noch günstiger sein. Ein Wärmepumpenstrom Vergleich hilft, den besten Anbieter zu finden.

Spezialtarif für Wärmepumpen

Viele Stromanbieter haben einen speziellen Wärmepumpentarif im Angebot. Mit diesem Spezialtarif lassen sich Wärmepumpen zu einem günstigeren Sonderpreis betreiben, der mit rund 20 Cent pro Kilowattstunde deutlich unter dem normalen Tarif liegt. Es muss dafür allerdings ein separater Stromzähler angeschlossen werden, um den Wärmepumpenstrom vom Haushaltsstrom zu trennen.

Strom für Wärmepumpen selbst produzieren

Wer einen Teil des benötigten Stroms selbst produzieren möchte, kann die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinieren. Wie groß der Anteil letztendlich ausfällt, hängt unter anderem von der Dimensionierung der PV-Anlage ab.

Kostenvergleich: Wärmepumpe vs. Gas- und Ölheizung

Heizsystem Kosten pro Jahr (ca.) CO₂-Ausstoß pro Jahr
Wärmepumpe (Strom: 30 ct/kWh, JAZ 4) 3.750 kWh x 0,30 € = 1.125 € ca. 0 kg (bei Ökostrom)
Gasheizung (14 ct/kWh) 15.000 kWh x 0,14 € = 2.100 € ca. 3.000 kg
Ölheizung (12 ct/kWh) 15.000 kWh x 0,12 € = 1.800 € ca. 4.000 kg

Stromverbrauch Wärmepumpe berechnen

Formel für die Stromkosten

Mit dieser Formel können Sie Ihren Verbrauch abschätzen: Heizwärmebedarf (kWh) / JAZ = Stromverbrauch Wärmepumpe (kWh)

Beispiel: Heizbedarf 15.000 kWh, JAZ 4 → 15.000 / 4 = 3.750 kWh pro Jahr

Tipps: So senken Sie den Stromverbrauch – Kosten-Nutzen im Blick

Maßnahme Kosten (ca.) Einsparung (jährlich) Amortisation
Hydraulischer Abgleich 500–1.500 € 5–10 % Heizkosten 5–8 Jahre
PV-Anlage (5 kWp) + Speicher 12.000–18.000 € 50–70 % Stromkostenersparnis 10–15 Jahre

Zusätzlich sinnvoll:

  • Optimale Vorlauftemperatur einstellen
  • Nachtabsenkung kritisch prüfen
  • Regelmäßige Wartung der Wärmepumpe
  • Monitoring-Tools nutzen zur täglichen Kontrolle

Stromverbrauch stets im Blick behalten

Wir haben im UNIDOMO Online Shop eine breite Palette an hochwertigen Wärmepumpen, die für Förderprogramme qualifiziert sind. Sie profitieren von:

  • Umfassender Beratung: Unser Experte steht Ihnen zur Seite, um die passende Wärmepumpe für Ihre Bedürfnisse zu finden.

  • Günstigen Preisen: Durch die Zusammenarbeit mit führenden Herstellern bieten wir Ihnen attraktive Preise.

Eine Wärmepumpe ist effizient und wirtschaftlich, wenn sie optimal auf Haus und Nutzerverhalten abgestimmt ist. Durch clevere Tarifwahl und regelmäßige Kontrolle lassen sich Stromkosten Wärmepumpe dauerhaft senken.

Marko Guertler Experte Waermepumpe Hybridheizung Festbrennstoffkessel

Ihr Ansprechpartner: Marko Gürtler

  • Heizungsbaumeister
  • Experte für Wärmepumpen und andere regenerative Energien

Expertenmeinung von Marko Gürtler:

Viele Hausbesitzer unterschätzen den Einfluss von Gebäudedämmung und Heizsystem auf den Stromverbrauch ihrer Wärmepumpe. Wer hier von Anfang an optimiert, kann langfristig hohe Einsparungen erzielen. Besonders empfehle ich, einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen und die Wärmepumpe intelligent mit einer Photovoltaikanlage zu koppeln. So lassen sich nicht nur die Stromkosten senken, sondern auch der Eigenverbrauch maximieren.